Ständige Ablenkung kostet mehr, als wir denken Kurz mal die Mails checken, dann auf Slack eine Chatnachricht beantworten, währenddessen WhatsApp schon wieder fünf neue Nachrichten ankündigt und der News-Push Stau auf den Hauptverkehrsachsen meldet. Unterbrechungen sind allgegenwärtig und halten und dauerhaft beschäftigt.
Was dabei oft unterschätzt wird: Sie verhindern genau jene Tätigkeiten, die unsere volle kognitive Aufmerksamkeit erfordern.
Studien zeigen, dass es nach einer Unterbrechung im Schnitt rund 23 Minuten dauert, bis wir wieder vollständig im Thema sind.[1]
Und mehr noch: Bereits die blosse Anwesenheit eines Smartphones auf dem Tisch kann unsere geistige Leistungsfähigkeit messbar reduzieren, auch wenn es gar nicht genutzt wird! Unser Gehirn verbraucht unbewusst Ressourcen, um potenzieller Ablenkung zu widerstehen. Dieses Phänomen wird als Brain Drain[2] bezeichnet. Umso wichtiger wird eine Arbeitsweise, die bewussten Fokus ermöglicht: Deep Work.
Was bedeutet Deep Work?
Deep Work beschreibt den Zustand, vollständig in einer Aufgabe zu versinken. Deine gesamte Aufmerksamkeit liegt auf dieser einen Tätigkeit, Ablenkungen treten in den Hintergrund. In diesem Modus schöpfst du dein intellektuelles Potenzial aus und investierst deine Energie fokussiert in eine Sache.
Das Ergebnis: Du hast einen Mehrwert geschaffen und deine Konzentrationsfähigkeit verbessert. Ein solcher Prozess lässt sich nicht so einfach reproduzieren.
Tatsächlich verrichten wir statt echter Deep Work häufig nur Shallow Work, wie der Experte Cal Newport es nennt. Damit sind Aufgaben gemeint, die nur wenig herausfordernd sind, keinen wirklichen Mehrwert bieten und leicht zu reproduzieren sind. Damit sind Dinge wie Nachrichten überfliegen und weiterleiten oder die Mailbox abhören gemeint.
Deep Work: Wie erreichst du diesen Zustand?
Deep Work fordert Zeit und Energie. Unser Leben, ob privater oder beruflicher Natur, ist jedoch auf Schnelligkeit, Kurzweiligkeit und ständige Erreichbarkeit ausgelegt. Und setzt damit Rahmenbedingungen, die die Umsetzung von wirklich konzentriertem Arbeiten deutlich erschweren. Umso wichtiger ist es, die Deep Work-Methode regelmässig im Arbeitsalltag anzuwenden. Gewisse Hacks helfen, deinem Gehirn den nötigen Raum und die nötige Zeit zu geben, um Aufgaben erfolgreich zu erarbeiten und abzuschliessen:
#1 Such dir einen ruhigen Ort
Trubel und Unruhe sind echte Deep Work-Killer. Such dir eine reizarme Umgebung, in der du in aller Ruhe überlegen, mit dir selbst debattieren und entwickeln kannst. Lärmquellen und Störfaktoren wie Social Media, Push-Nachrichten, klingelnde Telefone, eingehende Mails oder redselige Kolleg:innen haben dort keinen Platz. Moderne Arbeitgeber, die New Work leben, wissen, dass Mitarbeitende solche Orte benötigen – hast du bisher noch keinen solchen Raum oder ruhige Arbeitsplätze für volle Konzentration, dann richt entsprechende Möglichkeiten ein.
Wichtig dabei: „reizarme Umgebung“ meint nicht nur kein Lärm oder Gespräche. Auch digitale Reize wirken, selbst passiv. Studien belegen, dass schon ein sichtbar platziertes Smartphone Konzentration kostet, weil unser Gehirn permanent Aufmerksamkeit zurückhält. Für echte Deep Work bedeutet das: Smartphone aus dem Sichtfeld, nicht nur auf lautlos. Deep Work scheitert selten an fehlender Disziplin, sondern oft an einer Umgebung, die unser Gehirn permanent im Alarmzustand hält.
#2 Nimm dir die Zeit
Erstell dir einen Tagesplan mit klaren Zielen, in dem du konkrete Arbeitsblöcke einträgst. So gibt es gewisse Zeitrahmen, in denen du mit voller Konzentration und ausschliesslich an dieser einen Sache arbeitest. Achtsamkeit, Routinen und feste Zeiten sind wichtig, damit die Deep Work-Methode gelingt und schon bald zur Gewohnheit wird.
#3 Verbessere deine Konzentrationsfähigkeit
Die Fähigkeit, schnell in den Deep Work-Modus zu wechseln, sollte gelernt sein. Daher ist es hilfreich, wenn du deine Konzentrationsfähigkeit trainierst. Dabei hilft es, Langeweile zuzulassen: So widmest du dich einer Sache für längere Zeit, ohne dabei gedanklich sofort zur nächsten zu wechseln.
Arbeitest du bislang kaum oder gar nicht im Deep Work-Modus? Besteht dein Job eher aus Multitasking und Shallow Work? Probier es mal aus und versink in deiner Aufgabe, bis sie erfolgreich abgeschlossen ist. Du wirst merken: Deep Work ist ein interessanter Zustand, der ganz neue Perspektiven eröffnet.