Employer Value Proposition (EVP)
Was macht einen Arbeitgeber einzigartig? Die EVP liefert die Antwort.
Was macht dich als Arbeitgeber besonders? Die Employer Value Proposition (EVP) ist das Herzstück deiner Positionierung. Sie zeigt Bewerbenden, was sie bei dir erwartet und hilft dir gleichzeitig, intern mehr Identifikation zu schaffen. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine glaubwürdige EVP entwickelst, die wirkt.
Employer Branding | Talentgewinnung | Vanessa Hunkeler-Bolliger

Was ist eine Employer Value Proposition (EVP)?

Die Employer Value Proposition (EVP), oft auch als Arbeitgeberversprechen bezeichnet, beschreibt, wofür ein Unternehmen als Arbeitgeber steht: also was Mitarbeitende erwarten dürfen und was ein Unternehmen im Gegenzug glaubwürdig bietet. Deine EVP beschreibt genau das: Was unterscheidet dich von anderen? Warum sollte jemand gerade bei dir arbeiten wollen? Deine EVP ergibt sich aus der Summe der Werte, Kultur, Benefits, Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Work-Life-Angebote und allem, was das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiv macht.  Eine starke EVP ist dabei mehr als ein HR-Text oder ein Employer-Branding-Claim. Sie bildet die strategische Grundlage dafür, wie Recruiting, Kommunikation und Führung wirken können. Fehlt diese Klarheit, bleiben viele Massnahmen gut gemeint, aber wirkungslos.

Warum lohnt sich eine starke Employer Value Proposition?

Eine gut gewählte EVP bringt dir gleich mehrere Vorteile:

  • Sie macht Talente auf dein Unternehmen aufmerksam – und überzeugt sie von dir. 
  • Sie spricht genau die Menschen an, die zu deinem Unternehmen passen – branchenübergreifend. 
  • Sie motiviert auch dein bestehendes Team, stärkt Bindung und Identifikation. 
  • Sie gibt deinem Employer Branding eine klare Richtung. 
  • Sie hilft dabei, die HR-Strategie klarer zu priorisieren.

Ohne klare EVP greifen viele Massnahmen zu kurz

Viele Unternehmen investieren viel Zeit und Budget in Stellenanzeigen, Karriereseiten oder Employer-Branding-Kampagnen. Was dabei oft unterschätzt wird: Ohne klare EVP fehlt diesen Massnahmen die gemeinsame Basis. Die EVP definiert, wen ein Unternehmen ansprechen will, was es glaubwürdig versprechen kann und wofür es als Arbeitgeber steht. Fehlt diese Klarheit, verstärken Kampagnen lediglich Unschärfe, statt Wirkung zu entfalten. Eine starke EVP ist deshalb kein zusätzlicher Baustein, sondern die Voraussetzung dafür, dass Recruiting- und Employer-Branding-Massnahmen überhaupt greifen können.

Was macht eine gute EVP aus?

Stell dir vor, du wärst selbst auf Jobsuche. Welche Punkte müssten erfüllt sein, damit du bei einem Unternehmen „Ja“ sagen würdest? Die Antwort darauf liegt zwischen dem, was du heute bereits bietest – und dem, wohin du dich entwickeln möchtest. Genau diese Mischung formt deine EVP. 

Wichtig: Deine EVP darf ein Zielzustand ausdrücken, aber sie muss ehrlich sein. 

Versprich nichts, was du nicht halten kannst. 

Wenn du deine Vorteile und Werte auf ein griffiges, wiedererkennbares Motto verdichtest, entsteht Identifikation. Aber: Deine EVP muss zur Realität passen – sonst wirkt sie nicht.

EVP ist keine Wunschliste

Eine EVP entsteht nicht aus Trends oder Idealbildern. Sie ist auch kein Sammelsurium dessen, was Talente sich wünschen könnten. Eine glaubwürdige EVP liegt in der Schnittmenge zwischen: dem, was Mitarbeitende tatsächlich erwarten und dem, was ein Unternehmen heute realistisch und konsistent leisten kann. 

Alles, was darüber hinausgeht, mag gut gemeint sein, untergräbt aber langfristig Vertrauen. Denn Mitarbeitende und Bewerbende merken sehr schnell, ob ein Versprechen im Arbeitsalltag erlebbar ist oder nicht.

Wie entwickelst du eine überzeugende EVP?

Der beste Ausgangspunkt für eine EVP ist nicht der Workshopraum, sondern der Arbeitsalltag. Mitarbeitende wissen am besten, was ein Unternehmen als Arbeitgeber wirklich ausmacht. Eine zentrale Frage dabei lautet: 

Warum arbeitest du gerne hier und warum bleibst du? 

Die Antworten darauf sind oft ehrlicher, konkreter und wertvoller als jede formulierte Vision. Sie zeigen nicht nur Stärken, sondern auch klare Grenzen und genau diese Klarheit macht eine EVP glaubwürdig.

  1. Zielgruppe definieren
    Überlege dir bewusst, welche Menschen du ansprechen willst und welche du künftig stärker gewinnen möchtest. Orientiere dich dabei an den Mitarbeitenden, von denen du mehr im Unternehmen haben willst: fachlich, kulturell und in der Art der Zusammenarbeit. Eine klare Zielgruppe hilft dir, deine EVP zu schärfen und Erwartungen realistisch zu formulieren statt für alle alles sein zu wollen.
  2. Mitarbeitende befragen
    Dein Team weiss am besten, was euch besonders macht. Frag nach, was geschätzt wird und was sich verbessern darf. So erfährst du, wie dein Unternehmen von innen erlebt wird. Tipp: Teste verschiedene EVP-Ansätze mit deiner Zielgruppe. 
  3. Ehrlich bleiben
    Klingt banal, ist aber entscheidend: Versprich nur, was du wirklich bieten kannst – heute oder in naher Zukunft. Authentizität schlägt Übertreibung. Talente spüren, ob dein Versprechen hält. 
  4. Sichtbar machen
    Deine Employer Value Proposition gehört in jedes Stelleninserat, auf deine Karriereseite, ins Employer Branding, ins Onboarding – und natürlich ins persönliche Gespräch. Mach deine Werte erlebbar – nicht nur lesbar.

Wie wird der Erfolg der EVP gemessen?

Deine Employer Value Proposition ist dann erfolgreich, wenn sie wirkt – nach innen wie nach aussen. Achte auf folgende Indikatoren: 

  • Bewerbungsqualität & Conversion-Rate steigen 
  • Mitarbeitende nennen EVP-Elemente im Onboarding oder Exit-Gespräch 
  • Positive Erwähnungen in Bewertungsportalen (z. B. Kununu, Glassdoor) 
  • Steigende Weiterempfehlungsrate deiner Mitarbeitenden 
  • Höhere Identifikation und geringere Fluktuation

Tipp: Hole regelmässig Feedback ein – per Mitarbeiterbefragung, Employer-Brand-Check oder Fokusgruppe.

Fazit: Deine Employer Value Proposition ist dein stärkstes Argument im Recruiting

Eine starke EVP hilft dir, als Arbeitgeber sichtbar, greifbar und glaubwürdig zu wirken. Sie ist kein Werbeslogan, sondern ein echtes Versprechen. Wenn du deine Employer Value Proposition konsequent entwickelst, ehrlich kommunizierst und aktiv lebst, wird sie zu einem echten Magneten für Talente.

Wichtig: Eine EVP ist kein statisches Dokument. Sie muss regelmässig überprüft und weiterentwickelt werden, entlang von Feedback, Arbeitsrealität und organisationalen Veränderungen. Unternehmen verändern sich. Teams wachsen. Erwartungen verschieben sich. Eine wirksame EVP entwickelt sich mit oder sie verliert an Relevanz.


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